PureAir Verdichter im Frankfurter Brauhaus
Bier brauen hat in Frankfurt an der Oder eine über 600 Jahre alte Tradition. Regionalität und Heimatverbundenheit kennzeichnet das Premium-Pilsener des Frankfurter Brauhauses an der Oder.
Die Kombination traditioneller Braukunst mit modernster Technik macht heute den Erfolg des Frankfurter Brauhauses aus. Es ist eines der modernsten und größten Brauhäuser in Deutschland. Derzeit beträgt die Kapazität des Brauhauses 2 Mio. Hektoliter.
Heute verstehen sich die Spezialisten am Standort Lebuser Chaussee der Oderstadt
auch als offene und konzernunabhängige Auftragsbrauerei. Sie brauen oder füllen für andere Unternehmen deren Eigenmarken in höchster Qualität in Flaschen, Dosen und seit Mai 2004 auch in PET-Flaschen ab. So werden beispielsweise für den Lebensmitteleinzelhandel Biere gebraut und abgefüllt, das die Auftraggeber meist unter eigenem Markenbranding absetzen. So liefert das Brauhaus Bier nach Ungarn und Spanien.
Der Flaschenabfüllung dient eine Sortimentsanlage, auf der alle gängigen Flaschentypen gefüllt werden können. Die Anlage besteht aus Auspacker, Rinser oder Waschmaschine, Inspektor, Füller und Verschliesser, Etikettierung, Einpacker und Palettierung. Stündlich können damit bis zu 45.000 Flaschen abgefüllt werden. Die Dosenabfüllung ist eine groß dimensionierte Abfüllanlage. Sie kann bei 0,33 l Dosen Stundenleistungen von 90.000 Dosen und bei 0,5 l Dosen von 72.000 Dosen erreichen. Das bedeutet, dass 25 Drittelliterdosen bzw. 20 Halbliterdosen pro Sekunde die Füllmaschine verlassen.
Der Techniker Wolfram Ahrend kennt alle Fragen rund um die Energieversorgung und Abfüllung und beschreibt die Aufgabenstellung: „2006 planten wir eine zweite PET Anlage für einen größeren Durchlauf von 50.000 Flaschen pro Stunde. Sie sollten als Sechsertrays abgepackt werden. Da kam für uns von Anfang an nur eine absolut ölfreie Verdichtung in Frage.“ Verlangt war eine Druckluftfördermenge von 650 m3/h bei einem Betriebsdruck von 8 bar. Die bestehende Kompressorstation aus Kolbenverdichtern sollte aus Gründen der Energieeffizienz um einen drehzahlgeregelten Kompressor ergänzt werden. Schließlich machen allein die Druckluftkosten weit über 10% der Energiekosten beim Frankfurter Brauhaus aus. Die Wahl fiel auf einen neuen Verdichtertyp mit PureAir Technologie von CompAir: Zum Einsatz kam ein drehzahlgeregelter PureAir Kompressor des Typs D75H SR.
PureAir Verdichtertechnologie
CompAir setzt bei dieser Baureihe nicht mehr auf das bei konventionellen ölfreien Verdichtern genutzte Prinzip von zwei parallel angeordneten Schraubenpaaren, das hohen fertigungstechnischen Aufwand verlangt und eine aufwändige Getriebetechnik benötigt. Das Herz des PureAir-Verdichterblocks ist die Schraube aus einer Bronzelegierung sowie ein Paar Schieberrotoren aus kohlefaserverstärktem Kunststoff, die im 90°-Winkel zum Hauptrotor angeordnet sind. Die Luft wird in zwei Kammern ober- und unterhalb des Hauptrotors komprimiert. Bei einer Drehzahl von nur 2.960 Umdrehungen pro Minute erreichen die Verdichter einen Volumenstrom, für die herkömmliche Schraubensysteme bis zu 20.000 Umdrehungen pro Minute benötigen. Dabei wird ein hoher Wirkungsgrad erreicht, denn die überragenden Kühleigenschaften des Wassers, das im Kreislaufsystem über einen integrierten Umkehrosmose-Filter gereinigt wird, lassen die Verdichtungstemperaturen nur auf max. 60 °C ansteigen.
Die Folge ist eine fast isothermische Verdichtung und ein sehr geringer Energieverbrauch. Da die Druckluft den Kompressor 100% ölfrei mit etwa 38 °C verlässt verringert sich der Aufwand für die Aufbereitung erheblich. Künftig sind auch Volumenströme über 20 m³/min für dieses einstufige Verdichterprinzip machbar, wie die jüngste Entwicklung zeigt: Der größte Druckluftkompressor dieser Baureihe, der D110H SR, hat bereits ein Leistungsspektrum von 3,29 bis 17,96 m³/min bei 7 bar (ü).
Zum effizienten Betrieb des Verdichters trägt der getriebelose Antriebsstrang bei: Die Regelelektronik übernimmt die Aufgaben eines mechanischen Getriebes. Dies hat den Vorteil, dass man auf viele zusätzliche Bauteile im Sinne einer beispielhaft kompakten Bauweise verzichten kann.
Der Betrieb kommt ohne Getriebeöl aus. Die niedrige Drehzahl und die geringen symmetrischen Lagerlasten führen zu einer extrem langen Lebensdauer des Verdichters bis zu 48.000 Betriebsstunden. Die Drehzahlregelung erfolgt je nach Kompressorleistung durch integrierte Frequenzumrichter oder gut regelbare Reluktanzmotoren. Die einfache Konstruktion mit weniger bewegten Teilen reduziert die Betriebskosten und den Wartungsaufwand.
Die PureAir-Kompressoren der DH-Baureihe eignen sich besonders in sensiblen Einsatzbereichen. Bisher werden 34% sind in den Bereichen Pharmazie, Medizin und Labor, 24% in der Getränke- und Nahrungsmittelindustrie und 5% in der Elektronikproduktion eingesetzt.
Im Frankfurter Brauhaus sprechen die reinen Zahlen für den Einsatz der PureAir-Technologie. Wolfram Ahrend freut sich über rund 13.800 störungsfreie Betriebsstunden. Sollte es wirklich einmal zu einer Störung kommen, sichert ein Wartungsvertrag, dass innerhalb von 24 Stunden ein CompAir Monteur vor Ort ist. Das gibt die notwendige Rückendeckung für die laufende Produktion im Dreischichtbetrieb. Sie ruht an den Wochenenden. Ausgenommen sind die Stoßzeiten wie sie beispielsweise bei der letzten Fußball WM da waren. Das war für das Frankfurter Brauhaus eine ganz eigene Erfolgsgeschichte in stürmischer Zeit. In Frankfurt ist man gespannt, was die EM 2008 bringen wird.
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